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Hünxe - Schloss inmitten der Natur
Die Gemeinde Hünxe liegt im unteren Lippetal und gehört mit großen Teilen zum Naturpark "Hohe Mark". Wald und Heide, Wiesen und Felder bieten den ca. 14.000 Einwohnern mit ihrem Wechsel eine ländliche Landschaft, wie sie sonst in Industrienähe nur selten anzutreffen ist. Das nutzen vor allem die Freizeitsportler auf den insgesamt zehn beschilderten Radrundtouren zwischen 20 und 42 km Länge oder den 37 gekennzeichneten Wanderwegen mit 187 km Strecke. Eine Beschreibung der Wanderwege von Hünxe und Umgebung ist im Internet unter www.freizeit-karte.de bereitgestellt. Ein Ziel der Radfahrer könnte beispielsweise der Ortsteil Krudenburg sein: Das alte Treidelschifferdorf wurde bereits mehrfach im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ausgezeichnet. Der historische Ortskern sowie der „Alte Hafen Krudenburg“ wurden liebevoll restauriert und stehen komplett unter Denkmalschutz.
Unterwegs im Dorf
In Hünxe-Dorf gibt es einige Sehenswürdigkeiten für Tagesausflügler. Hauptsächlich zählen dazu der Dorfbrunnen auf dem Marktplatz mit seinen sechs Kränen, die die sechs Ortsteile der Gemeinde symbolisieren; das Rathaus von 1902 als Verwaltungssitz, das Kriegs-Ehrendenkmal Gartrop-Bühl mit der dazugehörigen Kaisereiche oder die Hünxer Windmühle, die 1807 erbaut wurde und heute nicht mehr im Betrieb ist. Die evangelische Dorfkirche aus dem Mittelalter ist ein weiterer Zielpunkt. Hier befinden sich ein wertvolles Grabdenkmal des letzten Freiherrn von Hüchtenbruck und ein etwa 450 Jahre altes Wolfsnetz, mit dem bis Ende des 18./ Anfang des 19. Jh. in den Wäldern um Hünxe Wölfe gefangen wurden. (Wolfsnetz hängt nach großem Streit in der Gemeinde Hünxe jetzt im Rathaus). Das Heimatmuseum wurde im Juni 1992 im Rahmen der 900-Jahr-Feier derGemeinde Hünxe seiner Bestimmung übergeben. Das Hauptgebäude, die ehemalige Bergschule in Hünxe und das Nebengebäude sind als Einheit zu sehen und stehen in der Tradition preußischer Landschulbauten. Für Wagemutigere ist der Flugplatz Schwarze Heide ein Ausflugstipp. Wer sich im Tower meldet, hat die Möglichkeit, im Segelflugzeug, im nostalgischen Doppeldecker oder im kleinen einmotorigen Sportflugzeug mitzufliegen und eine Runde über den Niederrhein zu drehen.
Am Wasser
Sehenswert ist auch der Wesel-Datteln-Kanal mit der Schleuse Hünxe. Der insgesamt 60 Kilometer lange Kanal wurde 1930 in Betrieb genommen und verbindet den Rhein mit dem übrigen westdeutschen Kanalnetz. Die Schleuse Hünxe verfügt über zwei Schleusenkammern. Die große Kammer, erkennbar an den hohen Schleusentoren, ist 225 Meter lang und 12 Meter breit, die kleine Kammer ist 112 Meter lang und 12 Meter breit. Hier wird ein Höhenunterschied von sechs Metern überwunden. Schwimmen sollte man hier nicht - dafür fährt man besser zum Strandbad Tenderingssee, das von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet ist.
Wasserschloss
Freunde historischer Anlagen kommen im Ortsteil Gartrop-Bühl auf ihre Kosten: Das heutige Wasserschloss Gartrop wurde 1675 auf den Resten einer Burganlage erbaut. Erstmals erwähnt wurde das Schloss 1337, die Schlosskapelle wurde 1698 errichtet. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten beherbergt das Schloss heute einen Hotelbetrieb, in dem auch zahlreiche Events und Veranstaltungen stattfinden. Eine Wassermühle mit erhaltenem Mahlwerk wurde 2015 restauriert und vom Heimatverein als Museum der Öffentlichkeit durch Führungen und Aktionstage zugänglich gemacht. Kunstliebhaber dagegen visieren das Otto Pankok-Museum in Drevenack an, im nördlichsten Zipfel der Gemeinde Hünxe. Der Maler und Bildhauer Otto Pankok hat bis zu seinem Tod im Jahr 1966 einen großen Beitrag zur Malerei der 1. Hälfte dieses Jahrhunderts geleistet. Im so genannten Haus Esselt ist heute eine Dauerausstellung eingerichtet, die das Leben und Werk des bekannten Malers vor Augen führt. Im Ortsrteil Drevenack befindet sich auch das Haus Schwarzenstein, ein ehemaliger Rittersitz aus dem 14. Jahrhundert. Die Anlage besteht aus mehreren Gebäuden. Das Hauptgebäude ist das ehemalige Herrenhaus mit Resten eines Grabensystems. Weiterhin gibt es eine heute zu Wohnzwecken ausgebaute ehemalige Orangerie und ein Stallgebäude, beides ist durch eine Backsteinmauer mit Tor verbunden. Ein bereits 1772 erstellter Fachwerkbau, im Bautyp des niederrheinischen Hallenhauses, findet sich ebenfalls auf dem Gelände. Umgeben ist das Ganze von den Überresten einer in barocker Zeit gestalteten Garten- und Parkanlage. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gut mehrfach den Besitzer. Zum Ende des 18. Jahrhundert gingen das Haus und die dazugehörigen Ländereien in den Besitz der Familie Eichelberg über, der es heute noch immer gehört. Seit 1962 stellt die Familie Eichelberg das Gut dem Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdverein in Pacht zur Verfügung. Das Gelände rund um Haus Schwarzenstein bietet mit einer idealen Mischung aus Wald und Wiesen ein gutes Jagdgebiet.
Vielen Dank an Frau Steinbring von der Gemeinde Hünxe für diesen Text.
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